IA: Komponenten

Erstellt: 04.05.2006 | Aktualisiert: 04.05.2006

IA-Komponenten lassen sich in folgende Kategorien unterteilen: Organisations-, Beschriftungs-, Navigations- und Suchsysteme

Organisation

Das Organisieren von Informationen ist eine der zentralen Aufgaben der Informationsarchitektur. Organisieren und Klassifizieren ist allerdings keine einfache Sache. Folgende Probleme stellen sich:

  • Mehrdeutigkeit von Beschriftungen
  • Fehlende Heterogenität

Beim Klassifizieren stossen wir ziemlich rasch auf sprachliche Probleme. Wir können zum Beispiel Kategorien mit einer gewissen Beschriftung versehen, ob diese jedoch von den Benutzern auch in der von uns intendierten Bedeutung verstanden wird, kann leider nicht vorausgesetzt werden. Das gewählte Wort kann mehrere Bedeutungen haben. Erschwerend kommt hinzu, dass eine eindeutige Verordnung eines Objektes in eine Kategorie oft Schwierigkeiten bereitet.

Weiteres Hindernis ist die fehlende Homogenität von Informationen, insbesondere beim Strukturieren und Organisieren von Websites oder Webapplikationen. Die verwendeten Inhalte (Dokumente, Bilder) lassen sich oft nicht in einheitliche Komponenten unterteilen, wir sprechen hier von unterschiedlichen Ebenen der Granularität.

Es gibt natürlich noch weitere Einflüsse, die das Organisieren von Informationen erschweren. Insbesondere bei Aufträgen für Firmen oder Institutionen gilt es einige Konzessionen an die hausinterne Politik zu machen. Oft wird vorgegeben wie gewisse Bereiche oder Kategorien zu benennen sind, auch wenn diese Beschriftungen aus Sicht der Benutzer nur wenig Sinn machen.

Organisationsprinzipien

Beim Organsieren stützen wir uns geläufige Organisationsschemen, die sehr strukturiert und hierarchisch aufgebaut sind. Wir ordnen die Daten:

Informationen oder Daten lassen sich allerdings auch nach Themen, Fragestellungen oder Zielgruppen ordnen, was gerade bei Websites sehr gerne angewendet wird.

  • thematisch (Nachrichten in Blogsystemen)
  • aufgabenabhängig (E-Commerce)
  • nach Zielgruppen (Online-Shops)
  • metaphorisch (vgl. Einkaufswagen bei Online-Shops)

Die genannten Organisationsschemen lassen sich natürlich auch miteinander kombinieren. Es ist jedoch ratsam mit solchen Vermischungen sehr sparsam umzugehen.

Weiterführende Informationen zum Thema “Organisieren und Strukturieren” findet man unter folgenden Links:

Beschriftung

Das Gruppieren oder Kategorisieren von Informationen wird oft über die Verwendung von Labels geregelt, vergleichbar mit der Beschriftung der Verkaufsregale in Supermärkten. Wie bereits erwähnt ist nicht immer ganz einfach Beschriftungen zu finden, die von allen Benutzern auch richtig verstanden werden. Eine der Hauptaufgaben von Informationsarchitekten ist demnach, die richtigen Begrifflichkeiten zur Organisation und Kategorisierung von Informationen zu finden. Insbesondere für Website mit verschiedenen Zielgruppen eine wahre Herausforderung.

Aus diesem Grund ist davon abzuraten möglichst originelle oder umgangssprachliche (aber meistens nicht wirklich aussagekräftige) Beschriftungen zu erfinden. Benutzer bekunden grosse Mühe, sich bei dem Auffinden bestimmter Informationen durch sprachliches Neuland zu bewegen.

Beschriftungen werden auf Websites in verschiedenen Bereichen verwendet:

  • Navigation
  • kontextabhängige Links (meistens im Textfluss)
  • Ãœberrschriften
  • Verzeichnisse oder Themenbereiche

Natürlich gibt es neben den rein textuellen Beschriftungen auch die Möglichkeit visuelle Icons zu verwenden. Alllerdings sind visuelle Darstellungen limitierter als textbasierte Auszeichnungen und lassen einen sehr breiten Interpretationsspielraum zu.

Grundsätzlich gilt für das Beschriften das Gesetzt der Konsistenz auf allen Ebenen. Das heisst die Labels müssen aufeinander abgestimmt sein und nach ähnlichen Prinzipien gewählt werden:

  • Stil (Beschriftungsart der Labels, Interpunktion)
  • Erscheinungsbild (Farbe, Font)
  • Syntax (Verben, Substantive)
  • Granularität (auf der gleichen Hierarchiestufe)
  • Zielgruppen (Umgangssprache etc.)

Das richtige Beschriften ist sicherlich keine einfache Sache. Einige Prinzipien wurden in den obenstehenden Abschnitten genannt. Allerdings wird man bei der Konzeption einer Website nicht darum herumkommen, die Labels ausgiebig mit und an Benutzern zu testen.

Navigation

Das Navigieren sowohl in der realen Welt (Stadt, Supermarkt) als auch im Digitalen (Websites, Informationssysteme) kann manchmal frustrierend sein. Die richtigen Navigationshilfen (GPS, Navigationsleisten) schaffen da Abhilfe. Was gilt es bei der Konzeption von Navigationssystemen zu beachten?

Im Webbereich unterscheiden wir verschiedene Arten von eingebetteten Navigationssystemen:

  • Globale Navigation
  • Lokale Navigation
  • kontextabhängige Navigation (z.B. Empfehlungen)

Desweitern treffen wir auf zusätzliche Navigationssysteme wie:

Weiter oben haben wir die Vorteile von hierarchischen Systemen gesehen. Im Web bietet sich allerdings eine feine Mixtur zwischen Hierarchie und Hypertext an. Man möchte möglichst zielgerichtet von einem Punkt zum anderen springen, ohne ganze den gesamten Hierarchie-Baum zurückzuspringen.

Suche

Die Suchfunktion ist auch eine Art Navigationsystem: Eine andere Möglichkeit für den Benutzer zu der gewünschten Informationen zu finden. Allerdings sollte die Implementierung einer Suche nicht dafür missbraucht werden, eine schlechtes Navigationssystem zu kaschieren. Suchfunktionen sind vor allem dazu da, komplexe Websites mit vielen Informationen zugänglich zu machen.

Welche Dokumente sollen durchsucht werden? Es macht durchaus Sinn dem Benutzer die Möglichkeit zu bieten seine Suche auf gewisse Bereiche zu beschränken. In einer erweiterten Suche sollten demnach Suchgebiete und Themenbereiche ausgewählt werden können.

Wurde eine erfolgreiche Suche durchgeführt erhält man (hoffentlich) die gewünschten Informationen. Wieviele Resultate werden angezeigt und welche Inhalte dargestellt? Sollten sich die Suchergebnisse sortieren lassen?

Weblinks