IA: Methoden

Erstellt: 05.05.2006 | Aktualisiert: 05.05.2006

Um eine erfolgreiche Informationsarchitektur zu entwickeln, müssen Geschäftsziele, Inhalte und Benutzeranforderungen genaustens analysiert werden. Dafür bieten sich einige Methoden und Techniken an.

Der Entwicklungsprozess einer erfolgreichen Informationsarchitektur beinhaltet folgende Phasen:

  1. Rechechere & Analyse (Geschäftsziele, Abläufe, Entscheidungsträger)
  2. Strategie (top-down, bottom-up)
  3. Design (Wireframes, Diagramme)
  4. Implementierung (Tests, Unterhalt)

Für die ersten Phase, die Recherche und Analyse bestehender Strukturen und Abläufe, bieten sich verschiedene Methoden an, um die drei Bereiche der Informationsarchitektur “Kontext”, “Inhalt” und “Benutzer” genauer zu untersuchen. In der Folge werden in aller Kürze die wichtigsten Techniken zusammengefasst und weiterführende Links aufgeführt.

Kontext

Bevor man die richtige Informationsarchitektur in einem Projekt entwickeln kann, muss das nähere Umfeld, die verschiedensten Abläufe und Prozesse sowie äussere (politische, kulturelle) Einflüsse analysiert und verstanden werden.

  • Analyse bestehender Materialien
    Bei diesem Punkt geht es darum, Dokumente aus der Vergangenheit kennerzulernen und damit die bestehenden Strukturen besser zu verstehen. Diese Analyse soll ein Bild des Kontextes liefern und definieren in welchem Umfeld das System funktionieren sollte.
  • Meetings
    In einem zweiten Schritt sollten involvierte Personen und Teams getroffen werden. Es müssen Gespräche mit den Entscheidungsträgern, Inhaltsverantwortlichen und insbesondere der IT-Abteilung geführt werden. Die verschiedenen Rahmenbedingungen (bestehende Systeme etc.) sollten sehr genau abgeklärt werden.
  • Interviews
    Persönliche Gespräche in einem informellen Rahmen sind äusserst wichtig. Anhand eines Fragekatalogs sollen von verschiedenen Personen Bedürfnisse und Ablaufsbeschreibungen erfragt werden.

Inhalt

Es sollte genaustens abgeklärt werden, welche Inhalte im System abgebildet werden: Dokumente, Bilder, Audiofiles, Video, Applikationen, Web-Services usw. Dies beinhaltet sowohl eine Analyse bestehender Systeme, als auch das Eruieren neuer Inhalte. Ziel ist es die Eigenschaften der Inhalte aufzulisten, um so einen Überblick auf die Vielfalt der Informationen zu gewinnen.

  • Formate (Text, Bild, Audio, Offline-Medien)
  • Dokumententypen (Präsentation, Excel-Listen, Technische Reporte)
  • Quellen (Woher kommen die Daten?)

Benutzer

Die Benutzer sind die wichtigste Ressource, wenn es darum geht, eine erfolgreiche Informationsarchitektur zu entwickeln. Leider lässt sich das Verhalten der Benutzer nicht so einfach verallgemeinern. Falls bereits Benutzerdaten vorhanden sind (Log-Files, Umfragen etc.), können diese Angaben als Ausgangsmaterial dienen. Diese machen allerdings eine direkte Benutzerbefragung nicht obsolet. Befragungen sind generell extrem zeitintensiv und aus diesem Grund teuer. Die Erkenntnisse, die man aus dem face-to-face Kontakt ziehen kann, aber umso wertvoller.

Ein wichtige Methode beim direkten Benutzerkontakt ist das so genannte Card Sorting. Card Sorting ist eine Methode, bei der die Benutzer einen Stapel von Karten nach ihren Bedürfnissen ordnen. Auf den Karten sind jeweils Überschriften von Kategorien und Subkategorien aber auch Inhalte notiert. Die Testergebnisse können wertvolle Ergebnisse liefern. Man erfährt mehr über die Mentalen Modelle der Benutzer und ihre Art Informationen zu ordnen. Mehr Information zur Technik des Card Sorting in den nachstehenden Links.